Robert Steng

Ausstellungsansicht der Ausstellung Brettspiele

alea iacta est – Galerie La Ligne, Zürich

Eröffnung: 08. Juni 2024 , läuft bis zum 27.07.2024

Galerie Hrobsky, Wien

Eröffnung: 13. Februar 2024 , läuft vom 14. bis 23. März 2024

Plakat der Ausstellung Bretter, die die Welt bedeuten von Robert Steng

Bretter, die die Welt bedeuten

12.11. – 10.12. 2023, Kunstverein „Das Damianstor“, Bruchsal

Robert Steng

Bretter, die die Welt bedeuten.

Robert Steng - Meister der Illusion

Robert Steng ist ein Meister der Illusion, ein Magier des Raums, der uns an den eigenen Sinnen zweifeln lässt. Das hat – wie bei jedem guten Magier – nichts mit Zauberei zu tun, wohl aber mit Inspiration und Perfektion, mit viel Mühe und Übung, Sorgfalt und Erfahrung. 

Robert Stengs Furnierbilder, überwiegend aus abgelagertem Eichenholz, suggerieren dreidimensionale Objekte neben-, über- und ineinander in einem imaginären Raum: Man glaubt, Quader und Würfel aus der Fläche hervortreten zu sehen oder übereinander schwebende transparente Platten perspektivisch genau in der Wand zu verorten; rechteckige dunkelbraune Balken, die gebündelt aus einem nicht sichtbaren Zentrum in verschiedene Richtungen ragen. 

Schließlich seine leeren Schubladen, die tatsächlich aus Schubladenwänden und -böden sehr dünn abgesägt und – dem realen Objekt entsprechend – ebenmäßig zusammengefügt und verleimt wurden. Exakt sind die Teile zugeschnitten, nahtlos zu einer bündigen Oberfläche eingebracht und farblich so abgestimmt, dass eine optische Räumlichkeit entsteht.

Zwischenräume, das Davor und Dahinter, Licht und Schattenwurf werden durch die unterschiedlichen Holzfarben von hell bis zum Schwarz der gerauchten Eiche wohl kalkuliert. Dabei verwendet Robert Steng keinerlei Farbe, das Material atmet in seiner Naturbeschaffenheit.Robert Stengs Bildsprache ist ebenso ausdrucksstark wie in Gemälden und die Holzkörper fügen sich dynamisch oder auch ruhig, in einem Zustand des Seins, zu geschlossenen Kompositionen.

Eine tragende Rolle spielt dabei die Maserung des Holzes, der unser Blick folgt und die nicht etwa nur als Dekor erscheint, sondern essenzieller Bestandteil der Komposition ist: Es besteht eine Wechselwirkung zwischen den streng geometrischen Formen, den stereometrischen Körpern einerseits und den organischen Materialstrukturen des Holzes andererseits.

Robert Steng vertraut in seinen Kompositionen auf die Wirkmacht des streng stereometrischen Körpers, seiner strengen, puristischen Formen und klaren Linien. Damit erschließt er einer traditionellen, derzeit kaum gepflegten Technik, eine neue Sprache künstlerischen Ausdrucks.

Robert Steng - Vom Handwerk zum Kunst

Das handwerkliche Fundament legte Robert Steng als Zwanzigjährige mit dem Entschluss zu einer Lehre als Möbelschreiner, der sich dann, Mitte der neunziger Jahre, in Berlin eine zweijährige Arbeitsphase im Kulissenbau anschloss, bevor es den gebürtigen Schwaben zum Studium der Empirischen Kulturwissenschaft nach Tübingen zog.

Die Intention, mit Kulissen den Zuschauern eine Projektionsfläche für ihre Phantasie zu bieten und somit ein optisches Szenario für die Handlung des Theaterstücks zu schaffen, war ein Aspekt, der Robert Stengs künstlerischen Ansatz und seine Entwicklung beeinflusst haben.Robert 

Seit Beginn der 2000er Jahre reihen sich nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch im Ausland regelmäßig Ausstellungen aneinander, die von der Kunstkritik begeistert aufgenommen werden. Robert Steng ist in den Sammlungen des ZKM, des Edwin-Scharff Museums in Neu-Ulm und des Kunstmuseums in Stuttgart, seinem Wohn- und Arbeitsort, vertreten.

Die Arbeiten von Robert Steng faszinieren durch die Bandbreite der Ausdruckmöglichkeiten – von wuchtig bis filigran, im Spiel mit Licht und Schatten, mit der Suggestivkraft der Perspektive und handwerklich perfekt überzeugend.

Dr. Martina Wehlte